Markus Messling

Markus Messling

ist stellvertretender Direktor des Centre Marc Bloch in Berlin. Zuvor war er Leiter der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe "Philologie und Rassismus im 19. Jahrhundert" (Deutsche Forschungsgemeinschaft) an der Universität Potsdam, wo er Romanische Literatur- und Kulturwissenschaft lehrt.

Er hat Romanistik, Germanistik und Littérature générale et comparée an der Freien Universität Berlin und der Université Jean Moulin – Lyon III studiert. 2007 Promotion in Romanischer Philologie an der Freien Universität Berlin. Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der französischen und italienischen Literatur, der Epistemologie der europäischen Philologie(n) und der Literaturtheorie, der Theorie der Schrift und historischen Anthropologie der Sprache.

In seiner Dissertation Pariser Orientlektüren. Zu Wilhelm von Humboldts Theorie der Schrift (Paderborn, München 2008) hat er sich mit der Rezeption französischer Philologie und Philosophie in Wilhelm von Humboldts Schrifttheorie sowie deren signifikanter ‚Auslassung’ in Jacques Derridas Grammatologie beschäftigt. Zentrale Bedeutung für die schriftanthropologische Diskussion kommt dabei Humboldts Korrespondenz mit Jean-François Champollion zu, die Messling in seinem Buch ediert hat.

Vor dem Hintergrund der Reflexionen über die Bedeutung der Schrift für den kulturphilosophischen Diskurs, ist sein Buch Champollions Hieroglyphen. Philologie und Weltaneignung (Berlin 2012) den ideologischen und materialen Implikationen der Champollionschen philologischen Archäologie gewidmet und beschäftigt sich mit dem Entstehen kritischen Bewusstseins innerhalb einer universalistischen europäischen Zivilisationstheorie, wie es sich anhand frühkolonialer Verlusterfahrungen abzeichnet.

Seine Forschungen zur Verwobenheit von europäischer Textkultur, Sprachanthropologie und Rassenlogik im 19. Jahrhundert schreiben in den oft als Rückkehr zur Gelehrsamkeit verstandenen „philological turn“ der Textwissenschaften die Frage ein, auf welche Tradition sich eine zukünftige Philologie beziehen kann, die dem Anspruch selbstreflexiver Praxis gerecht werden will. Insbesondere hier bestehen zahlreiche Verbindung zu den Fragestellungen, denen Zukunftsphilologie gewidmet ist.

Philologie et racisme. A propos de l’historicité dans les sciences des langues et des textes. In: Annales. Histoire, Sciences sociales 67/1 (janvier-mars 2012): 153-182.

Representation and power: Jean-Pierre Abel-Rémusat’s critical philology. In: Journal of Oriental Studies 44/1-2 (2011): 1-23.

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